mod_Ersatzteile

Zur Maschinenübersicht

Güttinger Korrekturstation

GSA-Korrekturstation
Satzrechner
Stammdaten
Hersteller
Güttinger AG für elektronische Rechengeräte, CH-9052 Niederteufen
Herkunft
CH
Baureihe
GSA
Güttinger Korrekturstation
Klicken zum Vergrössern
Die Station mit den beiden Lochstreifenlesern nebeneinander. Auf Grund des kontrollierten Satzlocherbeleges werden die Korrekturen — wiederum am Satzlocher — getastet; da der Satz noch nicht ausgeschlossen ist, genügt es, die fehlerhaften Wörter allein zu tasten, wobei zu Kontrollzwecken wieder ein Beleg entsteht. Originalstreifen und Korrekturstreifen werden in die beiden Leser eingelegt, worauf die Korrekturstation vollautomatisch die Korrekturen an der richtigen Stelle einfügt. Mehrfachkorrekturen sind möglich. Der korrigierte Wortlaut geht wahlweise über einen Stanzer als bereinigter Streifen heraus oder durch Kabelverbindung direkt an die nächste Station der GSA-Kette; eine dritte Möglichkeit ist, den Text durch eine Druckstation herausschreiben zu lassen, etwa für Autorkorrekturen vor dem Ausschliessen. Waren die Korrekturen zahlreich, lässt man auf der Druckstation unter Umständen nur die Zeilen mit Fehlern herausschreiben, was eine rationelle Revision erlaubt. Die Station kann automatisch einzelne Wörter ersetzen, Zusätze einfügen und Satzteile von beliebiger Länge weglassen. Stundenleistung 300 000 Zeichen; wird ein Beleg mitgeschrieben, beschränkt die Mechanik der Schreibmaschine diese Leistung auf 50 000 Zeichen.

⚑ Datierung: der «Deutsche Drucker» stellte die Korrekturstation Anfang 1967 ausführlich vor (Nr. 3/1967, Seite 2 ff., und Nr. 4/1967, Seiten 14 und 16). Sie ist damit die erste Station der GSA-Kette, über die berichtet wurde — noch vor der Zeilenausschliessstation, die als Neuheit der DRUPA 1967 folgte. Nachgewiesen über die Fussnoten bei Balzer, Deutscher Drucker 11/1968; die Hefte selbst liegen nicht im Haus.

⚑ VÖHRINGER AUSGEWERTET am 23.09.2026, Seiten 2 und 3 samt Abbildung 3, die den oberen Teil der Station zeigt. Sie besteht aus zwei Abtasteinheiten; die Lochstreifen werden FOTOELEKTRISCH gelesen. LINKS wird der endlose Originalstreifen eingelegt, RECHTS der Korrekturstreifen.

DER ABLAUF: zuerst liest die Station die Kommandos des Korrekturlochstreifens ein, damit sie den Originalstreifen an der richtigen Stelle anhalten kann. Dann läuft der Original bis zur Korrekturstelle, stoppt, die Korrektur wird eingelesen, und er läuft weiter bis zur nächsten. Gestrichene Zeilen werden einfach übersprungen.

GESCHWINDIGKEIT nach Vöhringer: eingelesen wird mit 135 Zeichen in der Sekunde, gestanzt mit 110. Läuft die Schreibmaschine zur Kontrolle mit, sind es nur 15⅔ Zeichen in der Sekunde — «man wird dies nur in Ausnahmefällen tun». Zur Kontrolle lässt man darum üblicherweise nur die Zeilen ausschreiben, die Korrekturen enthielten. ⚑ Diese Sekundenwerte lassen sich NICHT sauber in die Stundenwerte der Systembroschüre umrechnen (300 000 beziehungsweise 50 000 Zeichen je Stunde); beide Angaben stehen nebeneinander, keine wird der anderen angepasst.

TANDEMBETRIEB — die Station als EINGABESTATION. Im Zeitungsbetrieb, wenn die letzten Zeilen unter Zeitdruck zu setzen sind, tastet man in Teilstücken und legt im zweiten Leser bereits den nächsten Streifenteil ein, während der vorhergehende im ersten Leser durchläuft. So entsteht in kürzester Zeit ein zusammenhängendes endloses Band, und der Vorgang lässt sich je nach Länge des Artikels vielfach wiederholen. «Bei diesem Tandembetrieb wird nicht korrigiert.»

UND EIN DRITTER GEBRAUCH: über die Korrekturstation lässt sich auch bereits ausgeschlossenes Band «auf eine andere Breite oder Schrift umarbeiten».

⚑ Bis zur Zeilenausschliessstation wird immer mit ENDLOSLOCHSTREIFEN gearbeitet — erst dort entsteht der gussfertige Sechskanal-Lochstreifen. Das ist die Stelle, an der Vöhringer die Kette am schärfsten trennt.

⚑ VERGLICHEN am 23.09.2026: Vöhringers Abbildung 3 von 1968 — «Oberer Teil der Korrekturstation des GSA-Systems» — gegen das erhaltene Stück im Museum Enter, frontal aufgenommen am 22.09.2026.

DIE BAUFORM IST DIESELBE. Beide zeigen zwei spiegelbildliche Hälften; jede hat links einen Spulenteller auf einer Achse und rechts daneben eine Lesebucht mit aufklappbarer Haube über einem offenen Vorratstopf, in den der Streifen fällt. Über jeder Bucht sitzt eine weisse Platte mit einem grossen dunklen Drehknopf, daneben ein dünner Führungsarm. Ganz links steht eine Spalte runder Sicherungen unter einer beleuchteten Hauptschalttaste, oben rechts der Schriftzug «GSA». Der Unterbau hat in beiden Fällen dieselben Verhältnisse und zwei Türen. Auch der Rhythmus der oberen Tastenreihe stimmt: eine einzelne breite Taste, dann vier, dann fünf hellere. Am Stück im Enter sind das eine grüne, vier rote und fünf weisse Tasten — in der Schwarzweiss-Reproduktion von 1968 lässt sich nur hell gegen dunkel vergleichen, und das passt.

WAS DAS ERHALTENE STÜCK MEHR HAT. Erstens ein rotes Schild mit den Aufschriften «7 K» und «Z A» über zwei weissen Tasten, die selbst «–⌷– 1» und «–⌷– 2» beschriftet sind, also Ausgang 1 und Ausgang 2. Damit steht am Gerät, was beide Sonderdrucke als die zwei Wege beschreiben: entweder ein neuer, korrigierter 7-Kanal-Endlosstreifen, oder die Kommandos laufen über Kabel direkt weiter. «ZA» ist dabei Balzers eigene Abkürzung für die Zeilensatz-Ausschliessstation, die er durch seinen ganzen Aufsatz benutzt — dieses Gerät war also für den Zeilensatz verkabelt.

Zweitens eine Zifferngruppe aus vier Daumenrädern: drei unter der Beschriftung «— N°» und eines unter «W N°». Das ist dieselbe Aufteilung wie bei der Zusatztastatur am Satzlocher, die Vöhringer beschreibt — drei Stellen für die Zeilennummer, eine für die Wortnummer —, hier als Räder statt als Tasten. Auf der Werkaufnahme von 1968 sitzt an dieser Stelle ein dunkles, anzeigeartiges Feld.

DIE SICHERUNGEN am Stück im Enter lesen 220 V~ 4 A · 24 V~ 2 A · 28 V= 10 A · 12 V= 10 A — vier Stück. Zum Vergleich Balzers Liste für die Zeilensatz-Ausschliessstation: zweimal 220 V/4 A, einmal 24 V/4 A, einmal 28 V/4 A, zweimal 12 V/10 A. Die Stationen der Kette teilen die Bauform, nicht die Stromversorgung.

⚑ Auf der Werkaufnahme tragen beide Spulenteller Band, am erhaltenen Stück sind sie leer.
Standort Zustand Seriennr. Notizen
Museum Enter
Derendingen, CH
— — —

interne Datenbank — bitte Backend nutzen